Heizleistung bei einem Gasbrenner verändern – was ist erlaubt und worauf muss man achten?

Heizleistung bei einem Gasbrenner verändern – was ist erlaubt und worauf muss man achten?

Die Heizleistung eines Gasbrenners zu verändern, klingt zunächst einfach: etwas mehr oder weniger Gas, eine andere Einstellung am Brenner – und schon soll der Kessel die gewünschte Leistung liefern. In der Praxis ist eine Veränderung der Brennerleistung jedoch deutlich komplexer. Denn Gasbrenner, Heizkessel, Verbrennungsluft, Abgasanlage und Sicherheitseinrichtungen bilden ein aufeinander abgestimmtes System.

Wer die Leistung eines Gasbrenners verändert, muss deshalb nicht nur die gewünschte Heizleistung berücksichtigen. Entscheidend sind auch die Zulassung des Brenners, die zulässige Leistung des Heizkessels, die Abgastemperatur, die Verbrennungsqualität und die sichere Abgasführung.

Wichtig: Arbeiten an Gasbrennern und Gasfeuerungsanlagen sollten ausschließlich durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte und nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers durchgeführt werden.

Kann man die Heizleistung eines Gasbrenners einfach erhöhen oder reduzieren?

Grundsätzlich können viele Gasbrenner innerhalb eines vom Hersteller vorgesehenen Leistungsbereichs betrieben werden. Ob und in welchem Umfang eine Änderung der Heizleistung zulässig ist, hängt jedoch vom jeweiligen Brennermodell und der Kombination mit dem Heizkessel ab.

Ein Gasbrenner ist nicht einfach eine unabhängige Wärmequelle. Seine Leistung beeinflusst unter anderem:

  • die Gasmenge,
  • die Verbrennungsluft,
  • die Flammenbildung,
  • die Abgastemperatur,
  • die Wärmeübertragung im Kessel,
  • die Belastung des Wärmetauschers,
  • die Abgasführung,
  • die Emissionen und
  • die Funktion der Sicherheitseinrichtungen.

Deshalb sollte eine gewünschte Leistungsänderung immer anhand der Herstellerangaben und der zulässigen Betriebsparameter von Brenner und Kessel beurteilt werden.

Heizleistung erhöhen: Warum mehr Leistung nicht automatisch besser ist

Eine höhere Brennerleistung kann sinnvoll erscheinen, wenn ein Gebäude schneller aufgeheizt werden soll oder ein Kessel nicht die gewünschte Leistung erreicht.

Technisch bedeutet mehr Brennerleistung jedoch auch eine höhere Feuerungswärmeleistung. Dadurch entstehen größere thermische Belastungen und gegebenenfalls höhere Abgastemperaturen.

Besonders wichtig ist deshalb die Frage:

Verträgt der Heizkessel die höhere Leistung überhaupt?

Ein Kochkessel eines Feldkochherdes oder Gulaschkanone besitzt eine konstruktiv vorgegebene Leistungsgrenze. Wird ein Brenner mit einer deutlich höheren Leistung betrieben, als für den Kessel vorgesehen ist, kann die zusätzliche Wärme möglicherweise nicht ausreichend an den Kesselinhalt übertragen werden.

Mögliche Folgen können sein:

  • überhöhte Kessel- oder Bauteiltemperaturen,
  • erhöhte thermische Belastung des Wärmetauschers,
  • überhöhte Abgastemperaturen,
  • Schäden an Dichtungen oder anderen Komponenten,
  • Störungen der Temperaturbegrenzung,
  • Schäden an der Abgasanlage oder
  • eine nicht mehr bestimmungsgemäße Betriebsweise.

Bei Abgasführungen mit temperaturempfindlichen Werkstoffen muss insbesondere sichergestellt sein, dass die vom Hersteller angegebene maximal zulässige Abgastemperatur nicht überschritten wird.

Deshalb gilt: Die maximal zulässige Brennerleistung wird nicht allein durch den Brenner bestimmt. Auch der angeschlossene Kessel und die gesamte Anlage müssen für diese Leistung geeignet sein.

Was passiert, wenn der Brenner zu klein eingestellt wird?

Auch eine Reduzierung der Heizleistung ist nicht automatisch unproblematisch.

Ein Brenner besitzt einen vorgesehenen Regel- und Leistungsbereich. Wird die Leistung außerhalb dieses Bereichs verändert oder die Verbrennung nicht entsprechend angepasst, kann das Verhältnis von Gas und Verbrennungsluft aus dem vorgesehenen Betriebsbereich geraten.

Eine unvollständige oder instabile Verbrennung kann beispielsweise zu erhöhten Schadstoffemissionen und insbesondere zu erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentrationen führen.

Bei Gasgeräten wird deshalb nicht lediglich kontrolliert, ob eine Flamme vorhanden ist. Bei einer fachgerechten Anpassung werden unter anderem die korrekte Funktion, die Dichtheit und die Abgaswerte überprüft. Die Bundesnetzagentur beschreibt bei der Anpassung von Gasgeräten beispielsweise ausdrücklich eine anschließende Abgasmessung und Dokumentation.

Verliert ein Gasbrenner seine Zulassung, wenn die Heizleistung verändert wird?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ beantworten.

Entscheidend ist, was verändert wird und ob sich die Änderung noch innerhalb der vom Hersteller vorgesehenen und geprüften Betriebsbedingungen befindet.

Gasgeräte unterliegen in Deutschland und der EU umfangreichen Anforderungen. Die EU-Gasgeräteverordnung 2016/426 regelt unter anderem die Anforderungen an Gasgeräte und die CE-Kennzeichnung. Zu den erfassten Geräten gehören auch Gebläsebrenner und Heizgeräte mit Gebläsebrennern.

Eine vom Hersteller vorgesehene Einstellung innerhalb des angegebenen Leistungsbereichs ist daher etwas anderes als eine eigenmächtige Änderung der Konstruktion oder Betriebsparameter.

Besonders kritisch wird es, wenn:

  • der Brenner außerhalb seines vorgesehenen Leistungsbereichs betrieben wird,
  • Gasdruck oder Gasmenge unzulässig verändert werden,
  • Düsen oder andere Komponenten ohne entsprechende Herstellerfreigabe verändert werden,
  • Sicherheitseinrichtungen beeinflusst oder außer Kraft gesetzt werden,
  • der Brenner mit einem nicht dafür vorgesehenen Kessel kombiniert wird oder
  • die vom Hersteller geprüfte Brenner-Kessel-Kombination verlassen wird.

Eine Änderung kann damit Auswirkungen auf die bestimmungsgemäße Verwendung und die Konformität des Gerätes haben. Ob eine konkrete Änderung zulässig ist, muss deshalb anhand der Herstellerunterlagen und der konkreten Anlage beurteilt werden.

Bei Gasinstallationen gelten darüber hinaus die einschlägigen technischen Regeln. Der DVGW weist beispielsweise darauf hin, dass gewerblich genutzte Gasinstallationen nur von dafür qualifizierten Fachleuten geplant, erstellt, geändert und gewartet werden dürfen.

Kann ein Heizkessel durch einen zu starken Gasbrenner beschädigt werden?

Ja, eine nicht zum Kessel passende Brennerleistung kann zu einer unzulässigen thermischen Belastung führen.

Brenner und Kessel müssen als Gesamtsystem betrachtet werden. Ein Kessel ist für bestimmte Betriebsbedingungen konstruiert. Dazu gehören unter anderem:

  • Nennwärmeleistung,
  • zulässige Feuerungswärmeleistung,
  • zulässige Kesseltemperatur,
  • zulässige Abgastemperatur,
  • Wärmeübertragungsleistung,
  • Abgasführung und
  • Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen.

Wird beispielsweise die Brennerleistung deutlich erhöht, kann mehr Wärme entstehen, als der Kessel unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen aufnehmen und abführen kann.

Das kann nicht nur die Lebensdauer des Kochkessels beeinträchtigen. Auch die Abgasanlage muss für die tatsächlich entstehenden Abgastemperaturen und Betriebsbedingungen geeignet sein.

Deshalb sollte niemals nur der Brenner betrachtet werden. Brenner, Kessel und Abgasanlage müssen zusammenpassen.

Nicht verbrannte Gase: Warum eine falsche Brennereinstellung gefährlich sein kann

Eine besonders wichtige Sicherheitsfrage ist die Verbrennung.

Ein Gasbrenner muss Gas und Verbrennungsluft in einem geeigneten Verhältnis zusammenführen. Ist dieses Verhältnis nicht korrekt oder kommt es zu einer Störung der Zündung beziehungsweise Verbrennung, kann unverbranntes Gas entstehen.

Das ist gefährlich.

Gelangen unverbrannte Gase in den Feuerraum des Feldkochherdes oder in Bereiche der Anlage und sammeln sich dort in einer zündfähigen Konzentration, kann eine spätere Zündung zu einer Verpuffung oder Explosion führen.

Genau deshalb besitzen moderne Gasfeuerungsanlagen verschiedene Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen. Dazu gehören je nach Gerät beispielsweise Flammenüberwachung, automatische Abschaltung der Gaszufuhr, Zündüberwachung und weitere Sicherheitseinrichtungen.

Eine Brennereinstellung darf daher niemals nach dem Prinzip „mehr Gas = mehr Heizleistung“ verändert werden.

Die sichere Verbrennung hängt vom Zusammenspiel verschiedener Parameter ab. Bei einer fachgerechten Inbetriebnahme beziehungsweise Anpassung werden deshalb unter anderem die Verbrennung und die Abgaswerte kontrolliert.

Heizleistung am Gasbrenner verändern: Was sollte geprüft werden?

Bevor die Leistung eines Gasbrenners verändert wird, sollte die gesamte Anlage betrachtet werden.

  1. Brennertyp und Leistungsbereich

Zunächst muss geklärt werden, für welchen Leistungsbereich der Brenner vom Hersteller vorgesehen ist.

  1. Heizkessel

Die zulässige Leistung des Kessels muss zur tatsächlichen Brennerleistung passen.

  1. Gasart und Gasversorgung

Gasart und Versorgungsbedingungen müssen für das Gerät geeignet sein. Bereits Änderungen der Gasbeschaffenheit können eine Anpassung des Gasgerätes erforderlich machen. Die Bundesnetzagentur beschreibt beispielsweise bei der Umstellung von L-Gas auf H-Gas die notwendige Anpassung von Gasgeräten einschließlich Düsen und Einstellungen sowie eine anschließende Abgasmessung.

  1. Verbrennungsluft

Die notwendige Verbrennungsluft muss gewährleistet sein. Eine Änderung der Gaszufuhr ohne passende Berücksichtigung der Verbrennungsluft kann zu einer fehlerhaften Verbrennung führen.

  1. Abgastemperatur

Die Abgastemperatur darf die zulässigen Werte des Kessels und der Abgasanlage nicht überschreiten.

  1. Abgaswerte

Nach einer relevanten Änderung muss die Verbrennung fachgerecht überprüft werden. Dazu gehören je nach Anlage entsprechende Abgasmessungen und die Beurteilung der Verbrennung.

  1. Sicherheitseinrichtungen

Flammenüberwachung, Temperaturbegrenzung, Gasarmaturen und weitere Sicherheitseinrichtungen müssen ordnungsgemäß funktionieren.

Gasbrenner richtig dimensionieren statt einfach die Leistung verändern

Wenn ein vorhandener Gasbrenner zu wenig oder zu viel Leistung für einen Heizkessel liefert, ist eine fachgerechte Brennerauswahl beziehungsweise Brenneranpassung häufig die bessere Lösung als eine eigenständige Veränderung der Einstellung.

Dabei sollten mindestens folgende Angaben berücksichtigt werden:

Kesseltyp + Kesselleistung + Brennstoff/Gasart + gewünschter Leistungsbereich + Brennertyp + Abgasanlage

So lässt sich feststellen, ob der vorhandene Brenner überhaupt für die gewünschte Anwendung geeignet ist.

Bei der Auswahl eines Ersatz- oder Austauschbrenners sollte daher nicht ausschließlich auf eine möglichst hohe Leistung geachtet werden. Entscheidend ist die passende Kombination aus Brenner und Kessel.

Kann man einen Gasbrenner selbst einstellen?

Von eigenständigen Änderungen an Gasarmaturen, Düsen, Gasdruck oder sicherheitsrelevanten Einstellungen ist abzuraten.

Gasgeräte und Gasinstallationen müssen fachgerecht geplant, geändert, geprüft und gewartet werden. Der DVGW stellt für Gasinstallationen entsprechende technische Regeln bereit.

Insbesondere bei einer Änderung der Brennerleistung sollte anschließend geprüft werden, ob:

  • die Verbrennung korrekt funktioniert,
  • die Abgaswerte innerhalb der zulässigen Grenzen liegen,
  • der Kessel thermisch nicht überlastet wird,
  • die Abgasführung geeignet ist,
  • die Sicherheitseinrichtungen funktionieren und
  • die konkrete Betriebsweise den Herstellerangaben entspricht.

Bei Gas gilt: Sicherheit geht vor Leistung.

Die häufigsten Fragen zur Änderung der Gasbrennerleistung

Kann ich einen 30-kW-Brenner auf 40 kW einstellen?

Nicht einfach. Ob eine solche Leistungsänderung zulässig ist, hängt vom konkreten Brennermodell, dem vorgesehenen Leistungsbereich und insbesondere vom angeschlossenen Kessel ab. Eine höhere Brennerleistung darf nicht dazu führen, dass Kessel oder Abgasanlage außerhalb ihrer zulässigen Betriebsbedingungen betrieben werden.

Kann ich einen Gasbrenner schwächer einstellen?

Bei vielen modulierenden oder entsprechend ausgelegten Brennern ist ein Betrieb mit reduzierter Leistung innerhalb des vorgesehenen Regelbereichs möglich. Maßgeblich sind jedoch immer die Herstellerangaben und die korrekte Verbrennung.

Kann eine falsche Einstellung den Kessel beschädigen?

Ja. Eine zu hohe Leistung kann zu einer erhöhten thermischen Belastung und gegebenenfalls zu unzulässigen Abgastemperaturen führen.

Kann unverbranntes Gas explodieren?

Ja. Wenn sich unverbranntes Gas in ausreichender Konzentration ansammelt und anschließend entzündet wird, kann es zu einer gefährlichen Verpuffung oder Explosion kommen. Deshalb sind eine sichere Zündung, Flammenüberwachung und die ordnungsgemäße Funktion der Gas-Sicherheitseinrichtungen von entscheidender Bedeutung.

Verliert ein Brenner durch eine Leistungsänderung seine Zulassung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine vom Hersteller vorgesehene Einstellung innerhalb des geprüften Betriebsbereichs ist anders zu bewerten als eine Änderung außerhalb der vorgesehenen Betriebsbedingungen oder eine konstruktive Veränderung. Im Zweifel müssen Herstellerunterlagen und die konkrete Anlage geprüft werden.

Fazit: Brennerleistung nicht isoliert betrachten

Die Heizleistung eines Gasbrenners zu verändern ist keine reine Einstellungsfrage. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Brenner, Kessel, Gasversorgung, Verbrennungsluft, Abgasführung und Sicherheitstechnik.

Eine höhere Leistung kann den Kessel thermisch überlasten. Eine falsche Gas-Luft-Einstellung kann die Verbrennung verschlechtern und gefährliche Betriebszustände verursachen. Und eine Änderung außerhalb der vom Hersteller vorgesehenen Betriebsbedingungen kann Fragen hinsichtlich bestimmungsgemäßer Verwendung, Konformität und Zulässigkeit aufwerfen.

Wer einen Gasbrenner ersetzen, anpassen oder für eine andere Heizleistung einsetzen möchte, sollte deshalb zunächst prüfen, welche Brenner-Kessel-Kombination vom Hersteller vorgesehen ist.

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Bei der Auswahl sollten nicht nur Kilowattzahl und Preis verglichen werden. Entscheidend ist, dass der Brenner zum Kessel und zur vorgesehenen Anwendung passt.

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